David Edwards

Veröffentlicht am: 09
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USDT dominiert den brasilianischen Kryptowährungsmarkt und macht im Jahr 80 2023 % der Transaktionen aus
By Veröffentlicht am: 09
Stablecoin

Lateinamerika ist aufgrund der zunehmenden Akzeptanz von Stablecoins auf dem gesamten Kontinent zu einem Zentrum für die Entwicklung digitaler Vermögenswerte geworden. Dieser Trend hat in Brasilien an Fahrt gewonnen, wo die größte Bank des Landes, Itaú Unibanco, offenbar die Ausgabe eines eigenen Stablecoins erwägt. Trotz dieses institutionellen Interesses behindert jedoch weiterhin regulatorische Unklarheit das Wachstum.

Itaú behauptet, das Projekt sei gestoppt, bis ein angemessener Regulierungsrahmen für die Ausgabe und Nutzung von Stablecoins geschaffen sei. Im Zentrum der aktuellen Kontroverse steht eine geplante Regelung, die Brasilianern die Nutzung von Stablecoins über selbstgehostete Wallets verbieten würde. Diese Maßnahme wurde sowohl von Marktteilnehmern als auch von Branchenführern scharf verurteilt.

Gegner argumentieren, ein solches Verbot sei wirkungslos. Es würde Nutzer wahrscheinlich in unregulierte Kanäle drängen und so eine wachsende Schattenwirtschaft auf Basis von Stablecoin-Transaktionen schaffen, anstatt die staatliche Aufsicht zu stärken. Sie warnen, dass die unbeabsichtigte Folge ein Verlust der Aufsichtsbefugnis für die Behörden und eine Verringerung der Transparenz wäre.

Auch der Druck auf brasilianische Kryptowährungsbörsen wächst. Die Maßnahme würde strengere Compliance-Verfahren erfordern, wenn sie umgesetzt würde, was die Betriebskosten erhöhen und möglicherweise Innovationen hemmen würde. Die tiefere Bedeutung ist jedoch besorgniserregender: ein De-facto-Verbot dezentraler Finanzprotokolle (DeFi), was die Verwendung von Stablecoins in erlaubnisfreien Netzwerken faktisch illegal macht.

Viele in der Kryptowährungsbranche zweifeln trotz der gesetzlichen Hürden weiterhin an der Durchführbarkeit des Vorschlags. Branchenvertreter betonen die administrativen und technischen Schwierigkeiten bei der Überwachung selbstgehosteter Wallets. Selbst die ausgefeiltesten Überwachungstools hätten Schwierigkeiten, Transaktionen präzise realen Identitäten zuzuordnen und das Wallet-Verhalten kontinuierlich zu überwachen, um ein solches System zu implementieren.

Selbst bekannte internationale Websites wie Coinbase äußerten ihre Ablehnung. Tom Duff Gordon, Vizepräsident für internationale Politik des Unternehmens, forderte die brasilianische Zentralbank offen auf, ihre Haltung zu ändern. „Stablecoins werden für die Entwicklung des zukünftigen Internets und des dezentralen Finanzwesens von grundlegender Bedeutung sein“, erklärte Gordon und plädierte für einen ausgewogeneren, innovationsfreundlicheren Regulierungsansatz.

Dieses Argument verdeutlicht ein größeres Problem, mit dem Schwellenländer konfrontiert sind: Wie lassen sich regulatorische Anforderungen mit der rasanten Entwicklung dezentraler Finanzsysteme vereinbaren? Brasiliens Entscheidung könnte entweder eine neue Welle finanzieller Innovationen auslösen oder einen erheblichen Teil der digitalen Wirtschaft vor den Kopf stoßen.

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