
Die australische Bundesregierung unter Führung der Mitte-links-Labour-Partei von Premierminister Anthony Albanese hat einen Regulierungsvorschlag angekündigt, der Kryptowährungsbörsen in den Zuständigkeitsbereich der bestehenden Finanzdienstleistungsgesetzgebung eingliedern soll. Diese Initiative, die vor den hart umkämpften nationalen Wahlen am 17. Mai stattfindet, zielt darauf ab, die Aufsicht über digitale Vermögensplattformen zu formalisieren und das Problem des Debankings anzugehen.
Das australische Finanzministerium erklärte in einer Erklärung vom 21. März, dass der neue Regulierungsrahmen für Börsen, Anbieter von Kryptowährungs-Depots und bestimmte Brokerage-Unternehmen gelten wird. Um die gleichen Vorschriften wie die Finanzdienstleistungsbranche zu erfüllen, müssten diese Unternehmen eine australische Finanzdienstleistungslizenz beantragen, ausreichend Kapital bereitstellen und strenge Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der Kundenvermögen treffen.
Der Rahmen soll selektiv im gesamten Ökosystem digitaler Vermögenswerte angewendet werden und wurde als Ergebnis von Branchenkonsultationen entwickelt, die im August 2022 begannen. Das neue Gesetz gilt nicht für kleinere Plattformen, die bestimmte Schwellenwerte unterschreiten, für Entwickler von Blockchain-Infrastrukturen oder für Produzenten nichtfinanzieller digitaler Vermögenswerte.
Die bevorstehenden Reformen der Zahlungslizenzen werden Zahlungs-Stablecoins als Wertaufbewahrungsmittel regulieren. Einige Stablecoins und Wrapped Tokens bleiben jedoch weiterhin von diesen Regeln ausgenommen. Das Finanzministerium erklärt, dass der Handel mit solchen Instrumenten auf Sekundärmärkten nicht als regulierte Marktaktivität gilt.
Zusätzlich zur Regulierungsaufsicht hat sich die albanische Regierung verpflichtet, mit den vier größten Banken Australiens zusammenzuarbeiten, um das Ausmaß und die Auswirkungen des Debankings auf Unternehmen, die mit Kryptowährungen zu tun haben, besser zu verstehen. 2025 soll eine erweiterte Regulierungs-Sandbox eingeführt werden, die es Fintech-Unternehmen ermöglicht, neue Finanzprodukte zu testen, ohne sofort eine Lizenz erwerben zu müssen. Zudem soll eine mögliche digitale Zentralbankwährung (CBDC) geprüft werden.
Das Tempo dieser Reformen könnte sich jedoch je nach Ergebnis der nächsten Bundestagswahl ändern. Auch die oppositionelle Koalition unter Peter Dutton hat im Falle einer Machtübernahme versprochen, der Regulierung von Kryptowährungen Priorität einzuräumen. Laut der jüngsten YouGov-Umfrage vom 20. März liegen Koalition und Labor bei der Zweiparteienwahl fest. Albanese ist weiterhin der bevorzugte Premierminister.
Die Pläne stießen bei den Branchenakteuren auf verhaltene Reaktionen. Die Änderungen seien „sinnvoll“, so Caroline Bowler, CEO von BTC Markets. Sie betonte zudem die Notwendigkeit klarer Kapital- und Depotstandards, um Investitionen zu verhindern. Jonathan Miller, Geschäftsführer von Kraken Australia, bekräftigte die Notwendigkeit eines klaren gesetzlichen Rahmens und betonte, regulatorische Unklarheiten zu beseitigen und Hindernisse für die Geschäftsexpansion abzubauen.







