
US-Präsident Donald Trump hat seine Absicht bekräftigt, die Bundeseinkommenssteuer durch die Nutzung von Einnahmen aus neu eingeführten Importzöllen deutlich zu senken oder möglicherweise ganz abzuschaffen. Der Vorschlag, der in einem Beitrag von Truth Social vom 27. April detailliert beschrieben wird, betont die Steuererleichterung für Personen mit einem Jahreseinkommen unter 200,000 US-Dollar.
Trumps Vision sieht die Ablösung des derzeitigen Internal Revenue Service (IRS) durch einen sogenannten „External Revenue Service“ vor, ein Steuersystem, das ausschließlich durch Einfuhrzölle finanziert wird. Dies stellt eine deutliche Abkehr vom derzeitigen bundesstaatlichen Steuersystem dar und zielt darauf ab, eine Ära wiederzubeleben, die an das „Gilded Age“ erinnert, als die Vereinigten Staaten noch keine dauerhafte bundesstaatliche Einkommensteuer hatten.
Theoretisch könnte die Abschaffung der Bundeseinkommenssteuer die Wertsteigerung von Vermögenswerten, insbesondere im Kryptowährungs- und breiteren Anlagemarkt, beschleunigen. Der erwartete Anstieg des verfügbaren Einkommens könnte zu verstärkten Kapitalflüssen in produktive Sektoren führen. Analysten warnen jedoch, dass solche stimulierenden Ergebnisse, insbesondere angesichts der bestehenden wirtschaftlichen Unsicherheiten, nicht garantiert sind.
Trump hatte dieses radikale Steuerreformkonzept bereits bei einem Auftritt im Oktober 2024 auf der Joe Rogan Erfahrung, bot jedoch zu diesem Zeitpunkt nur begrenzte Einzelheiten. Eine weitere Analyse des Buchhaltungsautomatisierungsunternehmens Dancing Numbers schätzt, dass der durchschnittliche Amerikaner mit Trumps Plan im Laufe seines Lebens rund 134,809 Dollar an Steuern sparen könnte. Würden zusätzlich die lohnabhängigen Einkommenssteuern abgeschafft, könnten die Einsparungen auf bis zu 325,561 Dollar pro Person steigen.
Am 2. April unterzeichnete Trump eine Durchführungsverordnung zur Einführung umfassender Zölle, darunter eine Standardabgabe von 10 % auf Importe aller Handelspartner, verbunden mit „gegenseitigen“ Zöllen für Länder, die bereits Zölle auf US-Waren erhoben haben. Seitdem hat die Regierung jedoch ihre Zollpolitik mehrfach überarbeitet, was zu Unklarheiten hinsichtlich der Umsetzungszeitpunkte und konkreten Zollsätze führt.
Die inkonsistente Handelsrhetorik der Regierung hat die Volatilität an den US-Aktienmärkten verstärkt, die Anleiherenditen steigen lassen und Kritik von Finanzanalysten hervorgerufen. Viele argumentieren, dass die protektionistischen Maßnahmen die Kapitalmärkte gefährden und gleichzeitig nur begrenzte konkrete wirtschaftliche Vorteile bieten.
Während die Regierung weiterhin an der Verfeinerung ihrer Handels- und Steuerstrategien arbeitet, bleiben die Märkte vorsichtig und die Beteiligten beobachten die möglichen makroökonomischen Auswirkungen solch umfassender Steuerreformen aufmerksam.







