
Der Vorsitzende der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC, Paul Atkins, kündigte am 3. Juni eine bedeutende politische Wende an und verpflichtete die Behörde, ihre Kryptowährungsvorschriften durch formelle Bekanntmachungs- und Kommentierungsverfahren zu entwickeln. Damit distanzierte sich Atkins von der auf Durchsetzung ausgerichteten Strategie seines Vorgängers.
In einer Aussage vor dem Unterausschuss für Finanzdienstleistungen des Senatsausschusses für Haushaltsmittel bekräftigte Atkins, dass die Kryptopolitik unter seiner Führung „durch Bekanntmachung und Kommentierung der Regelsetzung und nicht durch Regulierung durch Durchsetzung erfolgen wird“. Er fügte hinzu, dass die SEC sich auf ihre bestehenden gesetzlichen Befugnisse stützen werde, um „zweckmäßige Standards“ für Marktteilnehmer im Bereich digitaler Vermögenswerte zu entwickeln.
Die Erklärung markiert eine klare strategische Abkehr von der Amtszeit des ehemaligen Vorsitzenden Gary Gensler, dessen Regulierungsansatz stark auf Rechtsstreitigkeiten und Vergleichen beruhte – eine Methode, die anhaltende Kritik aus der Kryptoindustrie hervorrief.
Neue Rahmenbedingungen und Bemühungen der Task Force
Atkins, ein ehemaliger Krypto-Lobbyist, betonte, dass die Schaffung eines rationalen und strukturierten Regulierungsrahmens für digitale Vermögenswerte eine zentrale Priorität für die Behörde sei. Er wies darauf hin, dass sich die Durchsetzungsmaßnahmen strikt auf Verstöße wie Betrug und Marktmanipulation konzentrieren würden, was stärker mit den Absichten des Kongresses vereinbar sei.
„Der Durchsetzungsansatz der Kommission wird zur ursprünglichen Absicht des Kongresses zurückkehren, nämlich Verstöße gegen diese festgelegten Verpflichtungen zu überwachen“, sagte Atkins den Abgeordneten.
Atkins hob auch die laufende Arbeit der neu gegründeten Krypto-Taskforce der SEC hervor, die im Januar ins Leben gerufen wurde und derzeit gezielte Regulierungsvorschläge entwickelt. Obwohl er nicht direkt darauf einging, ob Kryptobörsen sowohl traditionelle Wertpapiere als auch digitale Token handeln dürfen sollten, betonte er, dass die Taskforce Regeln erarbeite, die „für die Branche sinnvoll sind und Innovationen ermöglichen“.
Ein vorläufiger Bericht der Task Force wird in den kommenden Monaten erwartet.
FinHub wird aufgelöst
In einem weiteren Umstrukturierungsschritt enthüllte Atkins Pläne zur Auflösung des Strategic Hub for Innovation and Financial Technology (FinHub) der SEC, der 2018 gegründet wurde, um sich auf neue Technologien wie Fintech und Krypto zu konzentrieren.
„Innovation sollte in der gesamten SEC-Kultur verankert sein und nicht auf ein relativ kleines Büro beschränkt bleiben“, sagte Atkins. Er fügte hinzu, dass die Kernprinzipien von FinHub in die breitere Agenturstruktur integriert würden.
Seit Atkins im Januar die Führung übernommen hat, hat die SEC mehrere Durchsetzungsmaßnahmen gegen Krypto-Unternehmen zurückgefahren und eine Richtlinie herausgegeben, die klarstellt, dass gängige Staking-Aktivitäten nicht grundsätzlich gegen Wertpapiergesetze verstoßen.
Ich freue mich auf
Atkins‘ Neuausrichtung des SEC-Ansatzes könnte für mehr regulatorische Klarheit im Bereich digitaler Vermögenswerte sorgen und so möglicherweise langjährige Spannungen zwischen der Behörde und Krypto-Unternehmen abbauen. Sein Erfolg hängt jedoch davon ab, ob es der SEC gelingt, Anlegerschutz und Marktinnovationen in Einklang zu bringen und gleichzeitig transparente und durchsetzbare Regeln für die Ausgabe, Verwahrung und den Handel von Kryptowährungen zu schaffen.







