
Tools for Humanity (TFH), das Unternehmen hinter der biometrischen Initiative World ID, wurde von der brasilianischen Datenschutzbehörde (ANPD) angewiesen, keine Bitcoins oder andere finanzielle Anreize mehr für die Erfassung biometrischer Daten der Einwohner anzubieten. Die Anordnung vom 24. Januar verbietet World Network, früher bekannt als Worldcoin, ab dem 25. Januar jegliche Geschäftstätigkeit in Brasilien.
Die Entscheidung ist das Ergebnis einer Prüfung, die im November 2024 begann, nachdem die World ID-Initiative im Land eingeführt wurde. Die ANPD kam zu dem Schluss, dass das Anbieten finanzieller Anreize für sensible biometrische Daten gemäß den brasilianischen Datenschutzbestimmungen die Legitimität der Benutzereinwilligung untergräbt.
Augenscan-Technologie auf dem Prüfstand World Network, das 2019 von OpenAI-CEO Sam Altman mitbegründet wurde, nutzt sein zukünftiges biometrisches Gerät, den Orb, um die Iris der Benutzer zu scannen und so ein globales digitales Identitäts- und Finanznetzwerk zu schaffen. Das Konzept, das von Tools for Humanity mit Sitz in Berlin und San Francisco entwickelt wurde, bietet eine sichere Möglichkeit, die Identität zu überprüfen und gleichzeitig mit nativen Tokens zu kompensieren.
Das brasilianische Datenschutzgesetz (LGPD) schreibt jedoch vor, dass die Erlaubnis zur Verarbeitung sensibler personenbezogener Daten:
Unabhängig und unbeeinflusst von äußeren Einflüssen,
über alle möglichen Auswirkungen informiert, klar und in direktem Zusammenhang mit dem beabsichtigten Ziel.
Die ANPD äußerte die Befürchtung, dass die Verwendung von Kryptowährungen als Belohnung Menschen ausnutzen könnte, die bereits finanzielle Probleme haben. Sie hob auch die erheblichen Gefahren hervor, die mit dem Umgang mit derart sensiblen Daten verbunden sind, indem sie darauf hinwies, dass die Erfassung biometrischer Daten irreversibel ist und dass Daten, sobald sie erfasst wurden, nicht gelöscht werden können.
Weltweite Datenschutzprobleme mit Worldcoin
Der Schritt der brasilianischen Behörde folgt auf vergleichbare Maßnahmen in anderen Ländern. Im Dezember hatte die deutsche Datenschutzbehörde gegen das World ID-Projekt Abhilfemaßnahmen wegen Nichteinhaltung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union eingeleitet.
Der internationale Aufschrei ist ein Beweis dafür, dass die Erfassung biometrischer Daten zunehmend kritisch hinterfragt wird. Datenschützer äußern Bedenken hinsichtlich der Moralität und Rechtmäßigkeit von Initiativen wie Worldcoin.







