
Bitcoin erlebte diese Woche einen bedeutenden Wendepunkt. Die jüngste Zinsempfehlung der US-Notenbank (Fed) führte zu einer deutlichen Marktreaktion und einem deutlichen Stimmungsumschwung in den Institutionen. Erstmals seit Ende Mai ist der Coinbase Premium Index – ein wichtiger Indikator für die Spotnachfrage in den USA – negativ geworden.
Diese Trendwende markiert das Ende einer 62-tägigen Phase, in der Coinbases BTC/USD-Paar konstant mit einem Aufschlag gegenüber Binances BTC/USDT gehandelt wurde, was auf eine anhaltende institutionelle Nachfrage hindeutet. Die Wende ist besonders bemerkenswert, da sie unmittelbar auf eine noch längere 94-tägige Phase positiver Aufschläge folgt – die längste in der Geschichte und eine Ära, die allgemein als Indiz für eine beispiellose institutionelle Akkumulation gilt.
Marktdaten zeigen, dass das Verhältnis zwischen Kauf- und Verkaufsaktivität auf 0.9 gefallen ist. Dies verdeutlicht ein wachsendes Ungleichgewicht zugunsten von Verkaufsaktivitäten – insbesondere unter Market Makern. Trotz des zunehmenden Verkaufsdrucks notiert Bitcoin weiterhin deutlich über 115,000 US-Dollar. Dies deutet darauf hin, dass größere passive Akteure Liquidität absorbieren, anstatt sich zurückzuziehen.
Der Futures-Finanzierungssatz bleibt unterdessen neutral bei 0.01, was eine ausgeglichene Hebeldynamik zwischen Bullen und Bären unterstreicht. Das kumulative Volumendelta (CVD), das die Nettokäufe oder -verkäufe an den Derivatemärkten abbildet, bleibt negativ, hat aber bisher noch keinen substanziellen Kursrückgang ausgelöst. Diese Divergenz zwischen Volumen und Preis deutet auf eine verborgene Stärke unter der Oberfläche hin.
Auch aus verhaltensbezogener Sicht scheinen Gewinnmitnahmen an Dynamik zu verlieren. Kennzahlen wie der Nettorealisierte Gewinn/Verlust (NRPL) zeigen keine Anzeichen für weit verbreitete Ausstiege, während der bereinigte SOPR deutlich unter der historisch mit Marktspitzen verbundenen Schwelle von 1.10 liegt. Dies deutet darauf hin, dass die Anleger weiterhin Vertrauen in die Marktstruktur haben.
Allgemeine makroökonomische Indikatoren stützen Risikoanlagen weiter. Die JOLTS-Daten vom Dienstag blieben leicht hinter den Erwartungen zurück und deuten auf eine mögliche Abschwächung der Arbeitsmarktlage hin, die eine lockere Geldpolitik bekräftigen könnte. Gleichzeitig zeigt das Verbrauchervertrauen nach sechs Monaten des Rückgangs Anzeichen einer Erholung.
Technische Indikatoren deuten auf einen kritischen Wendepunkt hin. Die Bollinger-Bänder im Bitcoin-Tageschart komprimieren sich auf Niveaus, die typischerweise starker Volatilität vorausgehen. Auch die Werte des Relative Strength Index (RSI) verengen sich. Wie Trader Titan of Crypto bemerkte: „Bitcoin befindet sich in einem Druckkochtopf. Die Bollinger-Bänder drücken, und der RSI komprimiert. Eine große Bewegung bahnt sich an.“
Die nächste Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) steht vor der Tür und die Märkte sind nervös. Ob es sich nun um einen Ausbruch oder einen Zusammenbruch handelt, alle Anzeichen deuten auf eine entscheidende Wende am Horizont hin.







