
Beim ersten Runden Tisch der Crypto Task Force der US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission erklärte Lee Reiners, Gastdozent am Duke Financial Economics Center, dass Bitcoin nicht als Wertpapier oder Anlagevertrag betrachtet werden sollte, und verwies auf die ihm innewohnende Dezentralisierung.
„Bitcoin ist kein Wertpapier, es ist kein Anlagevertrag, weil es ausreichend dezentralisiert ist“, bemerkte Reiners während der Sitzung und betonte die einzigartigen strukturellen Eigenschaften der Kryptowährung.
Das Dezentralisierungsframework von Bitcoin
Reiners betonte die Komplexität der Bewertung, ob ein digitaler Vermögenswert „ausreichend dezentralisiert“ ist. Er wies darauf hin, dass Dezentralisierung kein binärer Zustand sei, sondern ein breites Spektrum betreffe. Er verwies auf einen Bericht der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) aus dem Jahr 2024, der Dezentralisierung anhand mehrerer Dimensionen kategorisierte: Governance, Vermögensverteilung, Nutzerbasis, Anwendungen, Datenschichten, Netzwerkinfrastruktur, Protokollmechanismen und Hardware.
Reiners warnte, dass es ohne eine umfassende Dezentralisierung aller dieser Vektoren weiterhin schwierig sei, auszuschließen, ob die Gewinne aus den unternehmerischen oder verwaltungstechnischen Anstrengungen anderer stammen – ein zentrales Kriterium im Howey-Test, der zur Klassifizierung von Wertpapieren verwendet wird.
Kontextualisierung der Regulierungsagenda der SEC
Die Diskussionsrunde am Freitag fand im Zuge der Bemühungen der aktuellen US-Regierung statt, maßgeschneiderte Regulierungsrahmen für digitale Vermögenswerte zu schaffen. Da der Kryptomarkt zunehmend angenommen und genauer unter die Lupe genommen wird, überprüft die SEC, wie bestehende Wertpapiergesetze im digitalen Vermögenswert-Ökosystem effektiv angewendet werden können.
Neben Reiners nahmen an der Gesprächsrunde namhafte Stimmen aus der Kryptoregulierung und -politik teil: John Reed Stark, ehemaliger Leiter des Office of Internet Enforcement der SEC; Miles Jennings, Chefjurist der Kryptoabteilung von Andreessen Horowitz (a16z); und der ehemalige SEC-Kommissar Troy Paredes.
Nach den jüngsten aufsehenerregenden Gerichtsverfahren und der sich entwickelnden Marktdynamik stellt das Ereignis einen Wandel hin zu einer differenzierteren Zusammenarbeit zwischen den Regulierungsbehörden und dem digitalen Vermögenssektor dar.







