Thomas Daniels

Veröffentlicht am: 30
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Um ihre Aufsicht über den digitalen Vermögenssektor zu festigen, hat die Bank of Korea (BOK) ein Virtual Asset Committee eingerichtet, das den Kryptowährungsmarkt beaufsichtigt und den politischen Dialog mit der Regierung über Stablecoins und virtuelle Vermögenswerte koordiniert. Diese Initiative unterstreicht den Wandel der Zentralbank von der Beobachtung zur aktiven Mitgestaltung des südkoreanischen Krypto-Regulierungsrahmens.

Ein Vertreter der Zentralbank bestätigte, dass das neu gegründete Virtual Asset Team während des Gesetzgebungsprozesses als Anlaufstelle für die zwischenstaatliche Zusammenarbeit dienen und die Branchenentwicklungen im Zusammenhang mit Stablecoins und digitalen Vermögenswerten überwachen werde.

Von der Forschung zur Umsetzung: CBDC-Strategie neu ausgerichtet

Zeitgleich mit der Einrichtung des Komitees hat die Bank of Korea ihr Digital Currency Research Team in das stärker operativ ausgerichtete Digital Currency Team umbenannt und damit einen Übergang von der akademischen Forschung zur geschäftsorientierten Entwicklung digitaler Währungen signalisiert.

Die Bank hat außerdem zwei spezialisierte Abteilungen eingeführt:

  • Team für digitale Währungstechnologie, mit Schwerpunkt auf Forschung und Technologieentwicklung;
  • Team für die Infrastruktur digitaler Währungen, verantwortlich für den Aufbau einer digitalen Gutscheinplattform unter Verwendung von Einzahlungstoken und die Einrichtung von Testumgebungen für digitale Währungsanwendungen.

CBDC-Pilotprojekt wegen regulatorischer Unsicherheit verschoben

Am 29. Juni verschob die Bank of Korea ihr geplantes Pilotprojekt für eine digitale Zentralbankwährung (CBDC), das von April bis Juni 2025 laufen sollte. Die Entscheidung folgte auf wachsende Bedenken der Geschäftsbanken hinsichtlich der Teilnahmekosten und mangelnder Rechtsklarheit.

Trotz der Verzögerung bestätigten Vertreter der Zentralbank, dass CBDC-bezogene Projekte fortgesetzt werden und die Pilottests wieder aufgenommen werden könnten, sobald die gesetzlichen Rahmenbedingungen geklärt sind.

Banken priorisieren Stablecoins gegenüber CBDC-Initiativen

Der südkoreanische Geschäftsbankensektor hat seine Pläne zur Einführung von Won-gebundenen Stablecoins beschleunigt. Acht große Institute streben die Ausgabe bis Ende 2025 oder Anfang 2026 an. Dieser Schritt spiegelt eine breitere Präferenz der Branche für von Banken ausgegebene digitale Währungen gegenüber staatlichen CBDCs wider.

Der stellvertretende Gouverneur der Bank of Korea, Ryoo Sang-dai, hat sich öffentlich für einen schrittweisen Ansatz ausgesprochen, bei dem lizenzierte Banken die Führung bei der Ausgabe von Stablecoins übernehmen, bevor eine breitere Marktbeteiligung in Betracht gezogen wird.

Gesetzgebungsstreitigkeiten über die Ausgabe von Stablecoins

Zwischen der Zentralbank und den Gesetzgebern kommt es zu Spannungen wegen eines Gesetzesvorschlags, der es Nichtbanken mit einem Mindesteigenkapital von 500 Millionen KRW (ca. 360,000 USD) ermöglichen würde, Stablecoins auszugeben.

Die BOK hat sich entschieden gegen derartige Bestimmungen ausgesprochen und verwies dabei auf historische Parallelen zur Ära des „freien Bankwesens“ sowie auf die potenziellen Risiken für die Währungsstabilität und das Kapitalflussmanagement, wenn die Ausgabe von Stablecoins zu dezentralisiert wird.